1000 Seen Marathon

Die Idee hatte Kathrin. Sie wollte zum 1000 Seenmarathon und zwar mit mir im Zweier-Kajak. Ich war mir nicht sicher, ob ich das auch wollte, denn ich hatte die Vorstellung, dass da nur verrückte Marathonfahrer mitfahren. Ach, was soll’s.
Vorbereitet haben wir uns beim Training der Montagspaddler. Zweimal sind wir bis zum VKD gepaddelt, was nur die halbe Distanz vom Marathon ist. Die größte Sorge machte mir das lange Sitzen im Boot aber mit einem Korkkissen unterm Hintern, lies es sich schon etwas länger aushalten.
Wir machen uns bereits Freitagvormittag auf den Weg nach Mirow in Mecklenburg. Rechtzeitiges Kommen soll uns einen guten Platz auf dem Zeltplatz sichern. Und es hat geklappt. Wir bekommen ein schönes Plätzchen am Ende des Zeltplatzes zugewiesen. Das Wetter ist gut und wir machen uns mit dem Gewässer bekannt. Es wird eine kleine Tour zum Warmfahren zur Diemitzer Schleuse, wo am Samstag um 8:30 Uhr der Start für die Marathonstrecke stattfindet. Zum Abendessen machen wir uns Vollkornnudeln mit Tomaten, um nochmal richtig unsere Akkus aufzuladen. Anschließend machen wir uns auf dem Weg zur Festwiese, wo es eine Einweisung für den nächsten Tag gibt.
Am nächsten Morgen schreckt uns der Wecker bereits 6 Uhr aus den Schlafsäcken. 7:30 Uhr steigen wir in unser Zweier-Kajak und machen uns auf den Weg zum Start. Wir sind 20 Minuten vor dem Start da und mit uns auch schon einige weitere Teilnehmer in ihren Booten. Es ist eine lockere Atmosphäre. Man plaudert miteinander, so dass die Zeit bis zum Start schnell vergeht. Wir reihen uns etwas weiter hinten ein. Punkt 8:30 Uhr fällt das Startsignal und über 50 Boote setzen sich in Bewegung in Richtung eines schmalen Kanals. Das Wasser wogt und es wird eng. Danach geht es hinaus auf den ersten See. Es ist neblig. Nachdem sich das Feld auseinandergezogen hat müssen wir aufpassen immer Anschluss zu halten, damit wir uns nicht verfahren. Unser Boot läuft gut und wir kämpfen uns immer wieder an die vor uns fahrenden Boote, die wir dann hinter uns lassen.
Die erste Umtragestelle kommt bereits nach ca. 5 Kilometer. Es stehen Helfer bereit, die beim Tragen der Boote helfen. Es geht weiter von See zu See. Nach ca. 12 Kilometer passieren wir den Wendepunkt des Halbmarathon und nach 17 Kilometer erreichen wir die zweite Umtragestelle. Wir gönnen uns 5 Minuten Pause, um schnell ein Schnittchen und eine Banane zu essen. Wir überqueren den nächsten See und der Nebel lichtet sich nun endlich. Dadurch finden wir auch schnell die etwas versteckte Einfahrt in die Schwanenhavel. Es wird eng und flach, wodurch es sich nur schwierig paddeln lässt. Wir erfahren später, dass wir es an den flachen Stellen hätten langsamer angehen lassen sollen, weil wir uns durch zu starke Paddelschläge das Wasser selber abgegraben haben und somit ab und zu mal auf Grund liefen. Nach einer gefühlten Ewigkeit gelangen wir in einen breiteren Kanal. Jedoch hat der letzte Abschnitt Kräfte gekostet. Die Arme fühlen sich schwer an. An der Ausfahrt zum nächsten See machen wir eine weitere Pause. Wir bleiben gleich im Boot sitzen und stärken uns nochmal mit Bananen und Schnittchen. Andere Teilnehmer, die wir in den letzten Kilometern erst überholt hatten, ziehen wieder an uns vorbei.
Mit frischen Kräften kämpfen wir uns wieder an die vor uns fahrenden Boote heran. Wir sind guter Dinge, dass wir die letzten 10 Kilometer auch noch schaffen werden. Es kommen noch zwei Schleusen, wo wir lieber wieder umtragen, anstatt auf das Öffnen der Schleuse zu warten. Auf den letzten beiden Kilometern versuchen wir noch an einen vor uns fahrenden Zweier heranzukommen aber die beiden setzen auch zum Endspurt an und unsere Kräfte lassen nun doch nach. Glücklich nach 5 Stunden und 49 Minuten fahren wir ins Ziel ein.
Zurück am Zelt gibt es Bier, Dusche und ein Schläfchen in genau dieser Reihenfolge. Einigermaßen wieder regeneriert begeben wir uns zur Festwiese. Wir schauen uns die ausgestellten Boote verschiedener Hersteller an. Den Hunger stillen an leckeren Gegrillten. Auf der Floßbar gönnen wir uns einen Cocktail oder waren es gar zwei. Am Abend findet noch die Siegerehrung statt und ein Band spielt zum Tanz auf. Müde und glücklich fallen wir in unsere Schlafsäcke.
Am nächsten Vormittag findet die Tombola statt. Es gibt tolle Preise zu gewinnen aber uns ist das Glück leider nicht hold. Gegen Mittag bauen wir unser Zelt ab, schnallen das Boot wieder aufs Auto und machen uns zurück auf den Weg nach Hause.